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Der Lebkuchenbrief

Der Lebkuchenbrief. Wer sagt, dass man Lebku- chen im Päckchen verschicken muss? Empfänger und Absender auf ein passendes Kuvert schreiben, Weihnachtskarte oder Brief beilegen, mit 2,60 Euro frankieren und ab die Post. Viel Vergnügen!

Ein Geschenk machen. Viele von uns kennen die- sen Satz und er wird in den nächsten Wochen wie- der aktuell. Toll ist es, wenn wir diesen Satz mit »Ich darf« beginnen. Ein Geschenk darf immer auch ein Teil von uns selbst sein, den wir unabhängig vom Geldwert des Geschenkes als wertvoll betrachten. Im »machen« steckt, dass wir aktiv etwas tun - vielleicht sogar mit unseren Händen - und wir erin- nern uns an unsere Kindheit, in der schon das selbstgemachte Geschenk z.B. für Mutter und Vater das größte Geschenk war.

Einen Lebkuchen machen. Das kann fast keiner mehr so richtig. Auch die großen Produzenten, die gerade millionenfach ihre Lebkuchen auf den Markt werfen, haben den handgemachten Lebkuchen schon lange vergessen. Maschinen haben leider kein Herz und Liebe können sie auch nicht produ- zieren. Beides fehlt in diesen Lebkuchen.

In unserem Geschenk, den Lebkuchen von Bäcker- meister Arnd Erbel, treffen sich jahrhundertealtes Wissen und Können. Das Rezept hat sein Groß- vater Leonhard Erbel aus der vorderen Sterngasse in Nürnberg mitgebracht, wo er als junger Bäcker- meister gearbeitet hat. Auf diesem Rezept basier- end, entstehen Jahr für Jahr neue Nuancen.

Zum Beispiel sind in 2017 mehr Dörrpflaumen in den Lebkuchen und das Orangeat ist leicht zurückge- nommen. Weitere Inhaltsstoffe sind Nüsse, Man- deln, Eiklar und Rohrohrzucker. Alles in Bioqualität. Bei der Schokolade hat Arnd Erbel entschieden, weil er die gewünschte Qualität in Bio nicht bekommen hat, dass er 16 Euro pro Kilo in ausgezeichnete Schokoladenqualität investiert. Die Herstellung der Lebkuchen ist eine Kunst für sich. Eiklar und Zucker werden zu Schnee geschlagen. Marzipanrohmasse mit fein zerkleinertem Dörrobst und Orangeat ver- knetet und diese fruchtigen Massen dann mit Nüs- sen, Mandeln, Mehl und Hirschhornsalz backfertig gemacht. Es ist gelebtes Handwerk die Lebkuchen- masse auf die speziell dünnen Oblaten aufzubringen und so zu backen, dass keine Saftbomben entste- hen, sondern ein einmaliges Handgebäck. Bis die Lebkuchen dann als Geschenk verschickt werden können, braucht es noch handgemachte, eckgehef- tete Kartons aus einer Manufaktur, textilummantelte Kreuzgummischlaufen und spezielle Zellophantüten für jeden einzelnen Lebkuchen.

Lebkuchen als Geschenk passen gut in diese Zeit. Sie passen zu Erntedank, weil die benötigten Zuta- ten gerade da geerntet werden können. Lebkuchen passen also dafür »danke« zu sagen, für das, was wir ernten dürfen. Kuchen sind immer etwas Be- sonderes. Besonders wenn sie von der Mutter ge- macht werden. Jeden von uns hat Mutterkuchen genährt.

Lebkuchen bringen Reinhold Messner über den Berg und uns über den Winter, so Arnd Erbel. Deshalb unser Tipp: Gönnen Sie sich bitte in den nächsten Wochen den einen oder anderen Abend mit Ihrer Liebsten / Ihrem Liebsten / Ihren Lieben. Brechen Sie den Lebkuchen in der Mitte auseinander und ge- nießen Sie eine Hälfte zusammen mit einem guten Glas Wein. Ein schönes Zeichen. Ein göttliches Geschenk.

Den Lebkuchenbrief gibt es im Shop von Bäcker- meister Arnd Erbel unter www.arnderbel.de. Der Besuch im Laden in Dachsbach ist immer eine Reise wert.

Autor/Textnachweis: Thomas Rösch

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