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Was würden Sie machen, wenn sie in einem gut bürgerlichen Gasthaus auf ihrem Tisch einen Aufsteller sehen, auf dem gross »ODL« steht und weiter ... »er riecht nicht, wie er heißt, er schmeckt nicht, wie er heißt, aber er sieht aus, wie er heißt!« Wären Sie neugierig geworden?

Mir ist das am 7. Mai, am Abend im Wieninger Bräu in Prien am Chiemsee passiert. Nach einem tollen Salat, der da sehr zu empfehlen ist, hat mich der Odl neugierig gemacht. Nachdem ich dann einen bestellt und getrunken habe, war die Neugierde noch größer und ich habe den Kellner gefragt, wer denn so etwas herstellt? Das ist der Sepp, ein uriger Typ, so mit Bart und der wohnt nicht weit von hier in Amerang, war die Antwort und so beschloss ich die Tage den Odl-Erfinder aufzusuchen und persönlich kennenzulernen.

Weil ich »noch so halb« im Urlaub war, hat das schon am nächsten Tag geklappt. Angekommen in Amerang hat mich das Navi direkt vor das Familotel »Zum Steinbauer« geführt. Dort habe ich einen jungen Mann getroffen (es war der Sohn vom Sepp), der daraufhin seinen Vater angerufen und mir gesagt hat, dass sein Vater in circa zehn Minuten da sei. Zehn Minuten später war ein Lanz-Bulldog hinter dem Familotel nicht zu überhören und nicht zu übersehen war auch Sepp Stein darauf, der schon eine Menge Kinder und Eltern auf dem Anhänger versammelt hatte, um jetzt circa eine Stunde die nähere Umgebung unsicher zu machen. Ich konnte kurz mit ihm reden und ihm erklären, dass ich den Odl-Erfinder gerne etwas näher kennenlernen wollte und wir haben eine Stunde später ein Treffen vereinbart, im Feinkostladen seiner Frau »Beim Poidl«, direkt am Dorfbach mitten in Amerang.

Pünktlich nach einer Stunde war Sepp Stein am vereinbarten Treffpunkt beim Poidl und ich durfte mir erst einmal ansehen und auch kosten, was es hier für Feinheiten gab. Bestes Brot, besten Käse, beste Wurst, beste Aufstriche und Vieles mehr und alles selbstgemacht. Kurz, feine Kost am Dorfbach, so wie es beschrieben ist. Sepp hat etwas zum Probieren zusammengestellt und wir konnten uns jetzt in Ruhe unterhalten über das, was mich immer so interessiert, damit ich es hier für interessierte Leser schreiben kann. Wie kam’s also zum Odl? Sepp erklärt mir, dass er den Odl eigentlich nur für seine Hausgäste im Familotel gemacht hat, das er vor gut 20 Jahren gegründet hat, als einer der Mitbegründer der Familotel-Idee überhaupt. 21 Kräuter und ein mittelalterliches Rezept stehen für die Basis des Odls. Und er verrät mir, es gab auch Zeiten, wo das Zeug wie Odl geschmeckt hat. Aber im Laufe der Zeit hat sich das wohl geändert und der Wunsch seiner Hotelgäste, ihnen den Odl zuzuschicken und immer mehr Gasthöfe, die sich dafür interessierten, führte dazu, dass sich hier eine echte Geschäftsidee entwickelt hat. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Verwendung von Biokräutern den Odl nicht immer gleich werden läßt. Sein blumig, kräutiger Geruch und sein feinherber Geschmack spielen mittlerweile in einer eigenen Liga. In einer Zeit, wo es einen zusätz- lichen Kräuterlikör wahrscheinlich nicht gebraucht hätte, funktioniert eine solche Idee nur, wenn man das Interesse des Kunden weckt. In diesem Fall ist es der Name. Es funktioniert wegen des Namens! Der Name ist etwas, worüber man redet. Und wer darüber redet oder wer über den Namen gestolpert ist, so wie ich, der probiert vielleicht und wer probiert hat, der ist überzeugt!

Aber das ist lange nicht alles, was wir so besprochen haben und so kamen wir vom Familotel, das Sepp gegründet hat und wo heute sein Sohn und seine Tochter mit eingestiegen sind

zu dem, was seine Ehefrau Renate im Poidl produziert. Sie ist Slow-Food-Förderer und ihre Rezepte, das Essen, alles richtig richtig fein, zeigen, dass ich es mit einer Vollblut- unternehmerfamilie zu tun habe.

Als wir also gegessen und probiert haben, sagt Sepp Stein zu mir, jetzt zeige ich Ihnen etwas und einige Schritte vom Poidl entfernt zeigt er mir ein Bauwerk, das mir schon beim Durchfahren durch Amerang aufgefallen ist. Ein Bauwerk, wie man es nicht oft in Deutschland sieht. Zentral in einer Ortschaft baut jemand 14 Mietwohnungen mit Tiefgarage und … ja und das kann ich hier leider nicht beschreiben. Dann hat mich Sepp weiter- geführt in eine Anlage, von der er mir erzählt hat, dass es hier Sozialwohnungen gibt und auch hier müssen ganz einfach Fotos sprechen, denn beschreiben ist fast nicht möglich. Weiter geht es zum Dorfwirt, also hinein in die Gaststube und ich bin einfach überwältigt, was hier an Atmosphäre, Stimmung und Wärme entstanden ist und ich schätzte das Gemäuer auf hunderte von Jahren, aber so ist das mit Schätzungen, der Umbau ist gerade wenige Jahre her. Mittlerweile habe ich erfahren, dass für all diese Gebäude und baulichen Schönheiten Rudolf Rechl verantwortlich ist und den treffen wir dann auch noch in dem Gemäuer, bei den Sozialwohnungen und wir können kurz miteinander reden.

Im Wirth von Amerang hat mich Sepp dann dem Wirt Bernhard Weber vorgestellt und in der Hofstube gegenüber dem Koch Sagi Angelousis. In knapp zwei Stunden bin ich eingetaucht in das, was Amerang zu bieten hat und ich habe Sepp erlebt, einen Menschen, der es schafft, Menschen zu begeistern und Menschen zu verbinden.

Wenn wir heute in vielen Unternehmen erleben, dass es gerade noch ein Nebeneinander, wenn nicht sogar schon ein Gegeneinander gibt, dann habe ich hier erlebt, dass in der Art, wie ich Sepp Stein kennengelernt habe, es nicht nur um Miteinander, sondern um die Königsdisziplin, um das Füreinander geht. Solche Menschen findet man wirklich nicht oft! Begeistert von Sepp (inzwischen sind wir per du) und begeistert von den außergewöhnlichen Bauwerken in Amerang, wollte ich dann zurück ins Hotel fahren und habe mich bedankt und Sepp erklärt, dass ich morgen zusammen mit meiner Frau vom Urlaub endgültig heimfahren werde. »Das geht überhaupt nicht! Ich lade euch ein, morgen in meinem Hotel zu übernachten und Amerang noch etwas näher kennenzulernen«, war die dringliche Bitte von Sepp. Weil wir die Heimfahrt schon fest eingeplant hatten und am Freitagabend auch einen festen Termin zur Chorprobe hatten, war für mich klar, dass das leider am nächsten Tag wohl nicht klappt. Aber die Eindrücke dieser wenigen Stunden haben mich irgendwie nicht los gelassen. Zurück im Hotel erklärte ich meiner Frau, dass wir morgen am Freitag nicht heimfahren sollten, sondern besser am Samstag, weil ich ihr ganz einfach Sepp vorstellen und Amerang zeigen wollte. Außerdem hatte ich relativ schnell auch die Idee Rudolf Rechl kennenzulernen, darüber mehr in den VORORT-Neuigkeiten im Herbst.

Was ich versucht habe, hier zu beschreiben, ist, dass Unternehmer wie Sepp Stein außerge- wöhnliche Menschen sind. Was kleine Familienunternehmen und deren Familien in den letzten 20-30-40 Jahren in Deutschland geleistet haben, gilt es zu erhalten! Wenn es ein Gegenkonzept zum Gegen- und Nebeneinander unserer schnelllebigen Welt gibt, dann ist es das Mit- und Füreinander, das Menschen wie Sepp Stein vorleben. Machen wir uns alle, jeden Tag, in jedem unserer Unternehmen auf den Weg dieses vorzuleben. Echte Unternehmenskultur. Sie ist der Garant für einen Erfolg, der länger anhält und der letztendlich verbunden ist mit viel Menschlichkeit, die ich in zwei Tagen im Mai in Amerang erleben durfte.

Herzlichen Dank auf diesem Weg dir lieber Sepp für das Kennenlernen. Jedem, der das hier gelesen hat, kann ich den richtig guten Tipp geben, einen seiner nächsten Urlaube in Amerang zu verbringen. www.amerang.de, www.odlgrube.de, www.feinkost.by

Autor/Textnachweis: Thomas Rösch

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