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Maurermeister Maurer

Ganz in der Nähe von unserem Schreinermeister Schreiner (siehe letzte Ausgabe der VORORT Neuigkeiten) treffe ich Johann Maurer, Maurermeister und Holzbackofenbauer. Zusammen mit meiner Frau habe ich mich im Dezember 2011 zum Brotbacken angemeldet.

Am Telefon hat mir Frau Maurer erklärt, „sie finden uns ganz einfach, wenn sie nach Kasparzell reinfahren, rechts vor der großen Scheune sehen sie schon den Backofen rauchen“. Und so war es auch an diesem kühlen Freitagmorgen, als wir uns bei Maurer´s eingefunden haben. Der Blick in die Backstube zeigte, dass Frau Maurer ihr Handwerk richtig gut beherrscht. Wie das bei vielen Bauernhöfen Tradition ist, wird hier also regelmäßig Brot gebacken.

Bis der Ofen die richtige Temperatur hatte und der Teig schön lange geruht hatte, haben wir uns beim gemeinsamen Frühstück richtig gut unterhalten. Was für ihn beim Holzbackofen bauen wichtig ist, habe ich Herrn Maurer gefragt und er hat mir geantwortet: „Die positive Einstellung ist das Wichtigste und die Freude am Handwerk. Seit gut 10 Jahren bin ich selbständig und ich wüsst kei zwei Tog net, wo ich net mit Freud auf Baustelle gegangen bin“. Eine lange Maurertradition gibt es bei Maurer´s noch nicht, aber die Familienchronik reicht zurück bis 1632. Eigentlich war es eine Reihe von Zufällen, dass Herr Maurer heute das ist, was er ist. Er wäre auch gerne Schreiner oder Zimmerer geworden. Gelandet ist er beim Baugeschäft in der Nachbarschaft. Zuerst musste er ein Berufsgrundschuljahr machen und danach wurde er eingestellt. Dann wurde er Geselle, war 20 Jahre Geselle, bis ein Gesellenkollege zu ihm gesagt hat: „Meisterprüfung, des must moacha“.

Das Haus der Maurer´s steht seit 1820 unter Denkmalschutz. Es wurde meisterlich entkernt und neu aufgebaut. Das Haus hat eine Seele (die Seelen der ehemaligen Bewohner stecken noch hier drinnen). Was wir im Haus gesehen haben, war einfach schön und ich glaube, die vier Kinder der Maurer´s haben hier ein tolles Zuhause gefunden und der Vater / Meister hat es so erhalten.

Bei einem Altmeister, der Backöfen gebaut hat, hat Johann Maurer etliche Backöfen mitgebaut, bis er dann alleine weitergebaut hat. Heute sind die Sommermonate mit Holzofenbauen gut gebucht. Ich fragte ihn, was das Spannende am Holzbackofen ist? Und er antwortet: „Die Leute. Sie sind ein ganz besonderer Menschenschlag. Wie die überhaupt auf einen Ofen kommen. Oftmals völlig unbedarft, quer durch alle Schichten, von unten bis oben.“ Ofenbauen wird nie zur Routine und eigentlich, so erzählt er mir, müsste er ein Buch schreiben. Zum Beispiel über einen seiner Kunden, einen Bauernsohn, der über Nacht Millionär wurde und der sich 3 Meter vor seiner Haustüre einen Holzbackofen bauen ließ, damit er jeden Tag erinnert wird, „wo komme ich her und wie geht’s mir jetzt“. Oder von einer Frau, der er das Brotbacken irgendwie gar nicht zugetraut hat und die ihm einen Brief auf Weihnachten geschrieben hat, „seit ich den Ofen hab´, hab´ ich in einem Jahr 55 mal gebacken. Das ist jetzt mein Leben“.

Nachdem wir dann beim Broteinschießen mit dabei waren, erfahren wir, dass der Sohn von Maurer´s, ein gelernter Landschaftsgärtner, mittlerweile auch als Maurer arbeitet und seinem Vater mit zur Hand geht. Ein freistehender Ofen kostet circa 8.000 Euro und ist ein reiner Ziegelofen mit Lehm, Quarzsplitt und Löschkalk. „Die Uröfen waren Ziegelöfen“, erklärt Herr Maurer. „Die Hitze ist sanfter. Die erste halbe Stunde entscheidet über die Farbe des Brotes.“ Und, das lerne ich auch, „ein Butterbrot bringt Energie für vier Stunden“.

Was mir auch gefallen hat und was sehr bemerkenswert war, ist, dass jedes Brot, bevor es gebacken wird, mit einem Stempel das Jesusmonogramm IHS erhält und dass Weihwasser über die Brote gespritzt wird. Wie bei Maurer´s werden kleine Weihwasserkessel oft direkt am Ofen mit eingebaut, damit der Segen für das Brot und für alle, die davon essen, nicht vergessen wird. Dass Brotbacken etwas ganz Besonderes ist, haben wir hier erlebt bei Familie Maurer. Wir wünschen Ihnen, liebe Familie Maurer, weiter viel Erfolg beim Holzbackofenbau. Danke für das tolle Brot!
www.holzbackofen-maurer.de

Autor/Textnachweis: Thomas Rösch

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